Ethnologe / Ethnologin (Völkerkundler*in)

Andere Bezeichnung(en): Völkerkundler*in, Kultur- und Sozialanthropolog*in

Berufsbeschreibung

Ethnolog*innen (Völkerkundler*innen) erforschen und untersuchen fremde Völker und Kulturen (insbesondere außereuropäische). Im Rahmen von Forschung und Lehre sind sie an Universitäten, in Museen, Archiven, Sammlungen usw. tätig. Sie arbeiten in Büro-, Tagungs- und Unterrichtsräumen an Computerarbeitsplätzen und verwenden u. a. Fachlexika, Datenbanken und Kataloge. Im Rahmen ihrer Feldforschungstätigkeiten unternehmen sie Forschungsreisen. Ethnolog*innen arbeiten mit Fachleuten aus Forschung und Lehre und anderen wissenschaftlichen Bereichen und mit Mitarbeiter*innen von Museen und  Medien, Archiven, Bibliotheken zusammen. Sie haben außerdem Kontakt zu ihren Studentinnen und Studenten.

In der Ethnologie unterscheidet man zwischen der beschreibenden Völkerkunde (Ethnographie), in der ein einzelnes Volk untersucht wird und der vergleichenden Völkerkunde, in der verschiedene Kulturen miteinander verglichen werden. Ethnolog*innen sind meist auf einen bestimmten Themenbereich oder bestimmte Regionen spezialisiert.

Wichtige Forschungsbereiche der Ethnologie sind u.a. die historische Entwicklung von Konflikten oder die Analyse von Gründen für Diskriminierung von Völkern. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ist die Unterstützung der Erhaltung von eigenständigen Lebensformen von Völkern, die nicht der westlichen Zivilisation angehören. Ein anderer Teilbereich der Ethnologie ist die Museumsethnologie: Ethnolog*innen sammeln, katalogisieren und pflegen Ausstellungsstücke und stellen damit Ausstellungen zusammen. In der ethnologischen Sprachforschung wiederum untersuchen sie Umstände und Voraussetzungen, Grammatik und Vokabular sowie die Entwicklung fremder Sprachen. Sie erforschen ebenso die Unterschiede in verwandten Sprachen und deren Variationen in Dialekten.

Ethnolog*innen beschäftigen sich bei ihren Untersuchungen sowohl mit der materiellen Kultur (d. h. mit Werkzeugen, Maschinen und Geräten, Arbeitstechniken, Architektur, Landwirtschaft usw.), der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisation, den Bräuchen, Sitten und Zeremonien als auch mit der Kunst, der Geschichte und den religiösen und philosophischen Vorstellungen insbesondere außereuropäischer Kulturen.

Ethnolog*innen sammeln und analysieren archivarische und sachkundliche Quellen. Sie werten ethnologische Befunde und Forschungsberichte aus und publizieren diese. Sie erstellen völkerkundliche Kataloge und Datenbanken, bereiten Quellmaterial für Publikationen auf und wirken bei der Erstellung ethnologischer Lexika mit.

Ethnolog*innen verwenden bei ihren Forschungs- und Recherchearbeiten Fachliteratur, Lexika, unveröffentlichte Dokumente, ethnographisches Film-, Foto- und Tonbandmaterial und führen auch selbst Feldforschungen in verschiedenen Regionen durch, um ethnologisches Datenmaterial zu erheben. Sie arbeiten am Computer mit entsprechender  Software. Darüber hinaus bedienen sie sich des Internets und anderer moderner Kommunikations- und Informationsmittel, wie Mobiltelefon (Smartphones), E-Mail und Messenger-Tools, Skype oder anderer Internettelefonie-Systeme und nehmen in der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern an Telefon- und Webkonferenzen teil. Bei ihren berufsbedingten Reisen führen sie oftmals einen Laptop mit WLAN Karte mit sich, um ortsungebunden arbeiten und auf online-Inhalte zugreifen zu können.

Ethnolog*innen/Völkerkundler*innen arbeiten in Büroräumen, in Unterrichts- und Tagungsräumen, Besprechungs- und Ausstellungsräumen, in Archiven, Magazinen und im Freien bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen. Sie unternehmen im Rahmen ihrer Forschungstätigkeiten oftmals auch längere Reisen.

Sie arbeiten mit Fachleuten aus Forschung und Lehre und anderen wissenschaftlichen Bereichen wie Kulturwissenschaften, Volkskunde, Geschichte,  Archäologie, Soziologie,  Anthropologie etc., mit Mitarbeiter*innen von Museen und  Medien, Archiven, Bibliotheken zusammen und haben Kontakt mit Studierenden (bei Lehraufträgen an Universitäten).

  • Kulturen europäischer und außereuropäischer Völker erforschen und untersuchen
  • wissenschaftlich mit Sprachen, Kulturen, Ethnien, Regionen und Nationen beschäftigen
  • Kultur verschiedener Ethnien untersuchen (z. B. Werkzeuge, Arbeitstechniken, Architektur, Landwirtschaft)
  • wirtschaftliche, politische und soziale Organisationen erforschen
  • archivarische und sachkundliche Quellen sammeln und analysieren
  • ethnologische Befunde und Forschungsberichte auswerten und publizieren
  • ethnologische Kataloge und Datenbanken erstellen, Quellmaterial für Publikationen aufbereiten, bei der Erstellung ethnologischer Lexika mitwirken
  • Feldforschungen zum Erheben ethnologischer Daten und Informationen durchführen
  • Unterrichten und Forschen an Universitäten
  • Artikel und Berichte für  Medien erstellen
  • Forschung und Lehre an Universitäten
  • Museen, Archive und Sammlungen
  • Einrichtungen der Erwachsenenbildung und im Fachverlagswesen
  • Kulturinstitutionen, Fremdsprachenverlage

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Dialektologie Ethnie Evolutionstheorie Strukturalismus

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